Dokumentation

Ein erhaltenes Paket lesen und prüfen

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Das ZIP enthält die vollständige Erfassung. Der zugehörige Leseordner enthält Berichte und Bilder. report/report.de.html lässt sich im Browser öffnen, das Bericht-PDF in einem PDF-Programm. Dafür ist keine Sealjar-Installation nötig. Beim HTML-Bericht muss der Ordner zusammenbleiben, weil Bildverweise relativ sind. Das PDF ist eine eigenständige Lesekopie.

Zuerst lohnt sich der Blick auf die Zusammenfassung. Stimmen URLs, Repository und Commit mit dem erwarteten Umfang überein? Welche Dateien wurden ausgeschlossen? Fehlende Ressourcen oder fehlgeschlagene Seiten können Lücken hinterlassen. Die Bildschirmfotos zeigen die erfassten Ansichten, keine vollständige Prüfung aller Funktionen einer Website.

Der Bericht verweist für Zeitstempel auf SEAL.html und die Paketprüfung. Die Siegelseite entsteht nach dem Manifest und gehört selbst nicht zu dessen Dateiliste. Ihr Vertrauensstatus stammt vom damaligen Prüflauf. verify prüft die Token direkt. Beim Berichtsexport wird die Siegelseite aus geprüften Daten neu erstellt.

Drei getrennte Ergebnisse

Nach der Installation prüft dieser Befehl das ZIP. Der Beispielname wird durch den tatsächlichen Pfad ersetzt:

Code
sealjar verify paket.sealjar.zip
Ergebnis Bedeutung
Erfassung Wurde die Erfassung abgeschlossen? Welche Probleme wurden dabei festgehalten?
Dateien Stimmen die Dateien mit den Prüfsummen (SHA-256) im Manifest überein?
Zeitstempel Ist der Token gültig und vertrauenswürdig? Passt er zum Manifest?

Code 0 bedeutet passende Dateien und mindestens einen vertrauenswürdigen Zeitstempel. Erfassungsprobleme können dennoch vorliegen. Code 10 meldet veränderte oder ungültige Inhalte mit betroffenen Pfaden. Code 11 bedeutet, dass kein vertrauenswürdiger Zeitstempel vorliegt, etwa bei einem Paket ohne Zeitstempel oder mit dem ausdrücklich nicht vertrauenswürdigen Demo-Zeitstempel. Das Original bleibt erhalten. Erfasste Dateien werden nicht zur Reparatur eines Prüfergebnisses verändert.

Ohne Sealjar stehen in VERIFY.txt und der Prüfanleitung ein Python-3-Skript für die Dateiprüfung und OpenSSL-Befehle für den Zeitstempel. Diese Schritte benötigen Python und OpenSSL. Vertrauensanker müssen unabhängig bezogen werden. Mit -attime erfolgt die Zertifikatsprüfung zum Zeitpunkt genTime des Tokens. Die reine Textanzeige eines Tokens prüft keine Signatur.

Wenn die Demo keinen Online-Zeitstempel erhält, nutzt sie einen lokalen Token mit dem Hinweis „Demo timestamp, not trusted“. Die Prüfung endet dann mit Code 11. Der Signaturschlüssel ist öffentlich. Auch wenn ein ausdrücklich angegebenes Wurzelzertifikat dem Token Vertrauen gewährt, liefert er keinen unabhängigen Zeitnachweis.

Was sich daraus ableiten lässt

Passende Prüfsummen zeigen, dass die gelisteten Dateien mit dem Manifest übereinstimmen. Allein können sie ein Manifest ohne Zeitstempel nicht authentifizieren: Dateien und Prüfsummen könnten gemeinsam ersetzt worden sein. Ein vertrauenswürdiger Zeitstempel zeigt, dass die versiegelten Dateien spätestens zu diesem Zeitpunkt vorlagen. Wann die Erfassung stattfand, wird dadurch nicht unabhängig geprüft.

Als Vertrauensanker dienen System-Wurzelzertifikate, das eingebettete FreeTSA-Root oder separat beschaffte Wurzelzertifikate, die bei der Prüfung angegeben werden. Zertifikate, die lediglich im Paket mitgeliefert werden, begründen kein Vertrauen. Offline-Prüfungen erkennen spätere Zertifikatswiderrufe nicht. Sealjar v0.1 bewertet keine eIDAS-Qualifikation und bezeichnet Zeitstempel nicht als qualifiziert.

Das Paket zeigt nicht, ob die Inhalte wahr oder vollständig sind. Es zeigt auch nicht, ob die erfassende Person ehrlich gehandelt hat oder die gespeicherten Daten vom Server stammen. Es belegt weder Lieferung noch Abnahme. Ob der erfasste Code die Website erzeugt hat, bleibt ebenfalls offen. Eine rechtliche Wirkung oder Zulässigkeit als Beweismittel wird nicht zugesagt. Bei wichtigen Streitfällen empfiehlt sich eine neutrale Begleitung der Erfassung, etwa durch einen Sachverständigen oder Notar.

Bei der Erfassung werden Zielseiten und deren Ressourcen geladen. Hinzu kommen Anfragen an DNS-Server und Zeitstempeldienste. Der Zeitstempeldienst erhält einen Hash und übliche Netzwerkmetadaten. Zeitstempelanfragen beachten Standard-Proxys; die Verbindungsproben von doctor tun das nicht. Maskierung und Ausschlüsse entfernen nicht alle privaten Inhalte. Solche Inhalte können weiterhin in Bildschirmfotos und HTML stehen, ebenso im Code und in der Git-Historie. Vor dem Weiterleiten sollte das Paket auf solche Inhalte geprüft und der Empfängerkreis geklärt werden.

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